| Die Herstellung vom
Greyerzer Käse in der Käserei von Hauteville von Charles Magill |
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| Als wir unser Auto bei der Fromagerie
de Hauteville, dreizehn Kilometer nördlich von Gruyères, parken, ist dies der
erste Halt auf unserer Entdeckungsreise, die wir uns selbst versprochen hatten.
Es ist fünf Uhr dreissig an einem pechschwarzen Oktobermorgen. Jean-Louis Andrey, der Käsermeister und Unternehmer (Achtung er ist nicht "Besitzer") ist schon seit einer guten Stunde auf den Beinen, um alles für die Tagesproduktion vorzubereiten. Er begrüsst uns mit einem kräftigen Händedruck, ehe er sich in seiner weissen Arbeitskleidung mit weissen Gummistiefeln und weisser Mütze routiniert daran macht, das halbe Dutzend 36-kg-Käselaibe, das er gestern hergestellt hat, aus den Pressen herauszulösen.
Sie sind perfekt rund, aber immer noch blass und weich. Es fehlt ihnen die goldgelbe Farbe, die sie während der monatelangen Kellerreifung gewinnen werden. Es gibt keine Zeit zu verlieren; denn bald wird die Morgenmilch von den umliegenden Bauernhöfen angeliefert. ![]() Sonnenaufgang im Greyerzerland |
Der erste Bauer
kommt Schlag sechs Uhr, eine stämmige Gestalt mit Berglerhut, grosskariertem Hemd und
blauen Arbeitshosen, im Mund ein erloschener Stumpen.
Während er seine sieben Milchkannen in eine Wägevorrichtung entleert, entnimmt Andrey sorgfältig Proben und untersucht die Milch auf Qualitätskriterien und andere Merkmale. Die Ergebnisse werden in eine Liste eingetragen. Denn die Art der Vegetation, das Wetter, die Jahreszeit können alle die Qualität seines Käses beeinflussen. Und Antibiotika können sie ruinieren.
Als nächstes stellt sich ein älterer Bauer ein, der eine einzelne Milchkanne auf einem gummibereiften Handwagen hinter sich herzieht. Einige Bauern halten nur zwei oder drei Kühe, und in einigen Dörfern kann man noch sehen, wie die Milch auf von Hunden gezogenen Karren oder per Pferdewagen angeliefert wird. Bald ist aus dem Getröpfel von Milchproduzenten ein Strom geworden, und Andreys kleiner Betrieb ist mit Bauern gefüllt, die ihre Milchkannen ausleeren. Mit einer grüssenden Handbewegung verschwindet schliesslich als letztes eine robust aussehende Frau in die Dunkelheit.
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Texte :Copyright © 1997 Charles Magill & Reader's Digest
Deutsche Übersetzung: Thomas Richers
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